Wie ein Unternehmen seine Rolle im Markt versteht, prägt auch, welche Wachstumschancen es überhaupt sieht.
Als ich die Führung eines Country Leadership Teams übernahm, schrumpfte der Markt seit Jahren. Unser Marktanteil blieb stabil, entsprechend sank der Umsatz mit dem Markt. Der Umsatzrückgang wurde im Team vor allem als Folge des Marktumfeldes verstanden.
Wir haben deshalb zunächst daran gearbeitet, wer wir als Team sein wollten.
Bis dahin hieß Erfolg im Wesentlichen:
„Wir halten unseren Marktanteil stabil in einem schwierigen Umfeld.“
Die neue Identität ging weiter:
„Wir können mehr als unsere Wettbewerber und gestalten aktiv den Markt für uns.“
Damit änderte sich der Blick auf das Geschäft. Welche Kunden würden künftig den Markt prägen? Welche davon hatten wir bislang kaum im Fokus? Welche Bedürfnisse blieben unbedient? Und welche unserer bisherigen Vorstellungen über Kunden und Partnerschaften standen uns dabei im Weg?
So wurde sichtbar, dass einige Kunden mit besonders hohem Potenzial bislang kaum im Fokus standen. Manche wurden sogar bewusst wenig bearbeitet, weil ihre Geschäftsphilosophie von der eigenen abwich.
Das Team begann, die Geschäftslogik dieser Kunden besser zu verstehen und eine neue Grundlage für die Zusammenarbeit zu entwickeln. Daraus entstanden neue Partnerschaften, eine veränderte Key-Account-Struktur und eine andere Ressourcenverteilung.
In den folgenden zwei Jahren gelang der Turnaround. In den drei darauffolgenden Jahren wuchs das Geschäft jeweils zweistellig.